Restaurant Pelikan, Stockholm, Schweden.
„Was ich mit meiner Arbeit vermitteln möchte, hängt vom Projekt ab, aber im Allgemeinen möchte ich, dass die Menschen etwas fühlen, das ihnen vertraut vorkommt – ein Gefühl der Nähe, auch wenn sie nicht genau wissen, warum.“
– Evelina Kroon, Künstlerin
In dieser neuen Ausgabe von The Creative Corner sprechen wir mit Evelina Kroon, der schwedischen Künstlerin hinter unserer neuesten Kollaboration: Evelina Kroon x Jimmy Lion. Evelina teilt ihren kreativen Prozess ganz offen (und ja, sie spricht auch über ihren charakteristischen Umgang mit Farbe!). Sie nimmt uns mit in ihre Welt, um über Kunst, Inspiration und ihre Lieblingsorte in Stockholm zu sprechen.
Blicken wir zurück: Wie begann dein künstlerischer Werdegang? Und an welchen Projekten arbeitest du gerade mit besonderer Begeisterung?
Ich habe schon als Kind Kunst studiert, meine Eltern haben mich früh dazu ermutigt, und so bin ich dabeigeblieben. Es war kein geradliniger Weg, aber es ist die Disziplin, in der ich ausgebildet bin, und wahrscheinlich das, was ich am besten kann. Seitdem war es eine Mischung aus Zufällen, beständiger Arbeit und etwas Glück, die es mir ermöglicht hat, dabei zu bleiben.
In diesem Herbst erscheinen mehrere Kollaborationen, an denen ich gearbeitet habe. Eine davon (mit Socken!) freut mich ganz besonders! Außerdem steht Ende des Jahres eine Ausstellung an, die sich wie ein Schritt nach vorn anfühlt… oder vielleicht wie der Beginn eines neuen Kapitels. So oder so, ich bin sehr gespannt.


Lilla Espressobar, Stockholm, Schweden.
Wie drückst du deine Kreativität durch Farbe aus? Wie hat sich dein Umgang damit im Laufe der Zeit entwickelt? Welche Gefühle oder Geschichten möchtest du mit deinen Designs vermitteln?
Meine Kreativität drückt sich vor allem durch Farbe aus: Ich probiere Kombinationen, Kontraste und feine Nuancen aus, die die Stimmung eines Stücks völlig verändern können. Für mich steckt Kreativität in den Details: zu entscheiden, was hervorgehoben und was weggelassen wird, und wie man Perfektion mit Unvollkommenheit ausbalanciert – jene kleine Unausgewogenheit, in Farbe oder Maßstab, die etwas zum Leben erweckt.
Was ich mit meiner Arbeit vermitteln möchte, hängt vom Projekt ab, aber im Allgemeinen möchte ich, dass die Menschen etwas fühlen, das ihnen vertraut vorkommt, auch wenn sie nicht genau wissen, warum.


Restaurant Pelikan und das Zuhause der Künstlerin, Stockholm, Schweden.
Was bedeutet es für dich, dein Werk in etwas Tragbares zu verwandeln? Verändert das deine Beziehung zur Kunst?
Mein Werk in etwas Tragbares zu verwandeln ist ein ganz anderer Prozess: Es geht darum, dass das Stück auch außerhalb seines ursprünglichen Trägers lebendig bleibt. Mir gefällt, dass die Designs zu etwas werden, das man den ganzen Tag über erlebt, nicht nur betrachtet. Das zwingt mich, Materialien und Methoden zu überdenken, immer auf der Suche nach dem Berührungspunkt zwischen Kunst und Funktionalität.
Du lebst in Stockholm: Wie beeinflusst die Stadt – ihr Licht, ihr Tempo, ihre Atmosphäre – deine Farbpalette und deinen kreativen Prozess?
Stockholm fließt auf unaufdringliche Weise in meine Arbeit ein. Das kalte, klare Licht sowie gedeckte, zurückhaltende Töne finden oft ihren Weg in meine Paletten. Ich arbeite mit Materialien, die ich zur Hand habe, zum Beispiel Klebeband, weil es mir erlaubt, Schichten, Transparenzen und Tiefe zu schaffen.
Die Struktur der Stadt und ihre kleinen Veränderungen inspirieren mich dazu, ein Gleichgewicht zwischen Ordnung und Spontaneität zu suchen, besonders wenn ich mit Rastern und Mustern arbeite.


Königliche Akademie der Schönen Künste (Fredsgatan), Stockholm, Schweden.
Welches Design aus der Kollektion Evelina Kroon x Jimmy Lion spiegelt deiner Meinung nach deinen Stil am besten wider, und warum?
Das Design Evelina Kroon Blue Pattern vereint die Farben, die ich am meisten verwende: Blau, Bordeaux und Gebrochenweiß. Das ist vielleicht die Kombination, die meine Ästhetik am besten definiert. Aber am Ende ergibt alles zusammen einen Sinn: Erst gemeinsam entfalten die Stücke ihre volle Wirkung.

Restaurant Pelikan, Stockholm, Schweden.
Sprechen wir über dein Stockholm. Was sind deine Lieblingsorte für…?
- einen Kaffee
Am liebsten trinke ich meinen Kaffee zu Hause, das ist quasi mein Frühstück, aber hier gibt es eine große Fika-Kultur. Manchmal fange ich im Café on Hornsgatan an und gehe dann weiter zur Lilla Espressobar, ebenfalls auf der Hornsgatan. Sehr praktisch.
- Inspiration und etwas Gutes zu essen
Pelikan (Blekingegatan). Gibt es schon ewig: traditionelles Essen, faire Preise und eine lebendige Atmosphäre unter hohen Decken.
- Kunst und Kultur genießen
Stockholm hat wirklich tolle Museen. Leider hat die Regierung beschlossen, den freien Eintritt bei vielen davon abzuschaffen. Am Wochenende erkunde ich gerne Galerien (die weiterhin kostenlos sind) mit den Kindern, unter der Woche mit Freunden. Zwei der Fotos in diesem Beitrag stammen übrigens von der Königlichen Akademie der Schönen Künste an der Fredsgatan.
- nach einem kreativen Tag abschalten
Mein Sofa, mein Bett, fernsehen, ein bisschen am Handy scrollen oder die Freude an einem guten Buch. Zu Hause. Ich bin ein echter Stubenhocker.

Restaurant Pelikan, Stockholm, Schweden.
Und zum Schluss: Wenn du Jimmy Lion in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Jimmy Lion in (fast) drei Worten: eine Party für deine Füße!
Thanks socks much for reading!
